23.05.2026 - Schwäbische Zeitung - Bernd Baur
ASB plant neues Dienstleistungszentrum
Nördlich des bestehenden Seniorenzentrums am Mühleweg in Schwendi baut der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Region Oberschwaben Nord ein neues Gebäude für die Verwaltung und Tagespflege. Der Gemeinderat hat den Bauantrag einstimmig befürwortet.
Aktuell ist der ASB mit der Rettungswache, der Tagespflege und der Verwaltung im Gebäude im Samariterweg in Orsenhausen untergebracht. Bereits beschlossen ist seit geraumer Zeit, dass die ASB-Rettungswache in einen Neubau am westlichen Ortseingang von Hörenhausen umzieht. Für dieses Vorhaben wird beim ASB gerade der Bauantrag vorbereitet, noch in diesem Jahr sollen die Bauarbeiten für die neue Rettungswache beginnen. Gleichzeitig wird der ASB ein weiteres Bauprojekt in Angriff nehmen. Denn auch die dann noch in Orsenhausen angesiedelten Geschäftsbereiche der Verwaltung und der Tagespflege werden in einem Neubau untergebracht. Entstehen wird dieser am Standort Schwendi, wo der ASB jetzt schon im Mühleweg mit dem Seniorenzentrum „Sofie Weishaupt“ und dem Notarzt-Einsatzfahrzeug präsent ist. Das neue zweigeschossige Gebäude, das der Ulmer Architekt Hans-Georg Ziegler geplant hat, wird auf der Nordseite des bestehenden Seniorenzentrums errichtet. Etwas mehr als vier Millionen Euro kostet das Vorhaben. Baubeginn ist für September 2026 vorgesehen, die Fertigstellung soll Ende 2027 gefeiert werden.
ASB-Geschäftsführerin Roswitha Ruf sieht in dem Projekt die Verwirklichung eines Multifunktionsgebäudes. Während im Obergeschoss dann künftig die Verwaltung des ASB untergebracht ist, wird im Erdgeschoss eine Tagespflege, der Hausnotrufdienst, Platz für die Durchführung von Erste-Hilfe-Kursen und ein Raum für den ASB-Nachwuchs vorhanden sein. „Wir haben dann bis auf die Rettungswache hier in Schwendi alle Dienste auf einem Gelände und können die Anliegen der Bürger zum Thema Versorgung zentral bearbeiten“, erklärte Roswitha Ruf.
Zusammen mit dem neuen Gebäude und seiner Nutzung und dem vorhandenen Seniorenzentrum mit den Angeboten stationäre und ambulante Pflege werde insgesamt ein ASB-Dienstleistungszentrum „Sofie Weishaupt“ am Mühleweg in Schwendi realisiert. Für den ASB eine Entscheidung, die eindeutig in die Zukunft weist. Möglich wurde sie, darauf verweist die ASB-Geschäftsführerin voller Dankbarkeit, durch die große finanzielle Unterstützung von Seiten des Schwendier Unternehmers Siegfried Weishaupt und seiner Familie. Bereits beim Bau des Seniorenzentrums hatte Siegfried Weishaupt großzügig finanzielle Hilfe geleistet, zusätzlich hatte er das gesamte Gelände für das Vorhaben dem ASB geschenkt. Auf den noch zur Verfügung stehenden 2000 Quadratmetern kann der ASB jetzt den Neubau erstellen, außerdem werden 13 Auto-Stellplätze geschaffen. Auch bei diesem Projekt gewährt Siegfried Weishaupt und sein Unternehmen Max Weishaupt SE dem ASB eine enorme finanzielle Unterstützung.
Die Wertschätzung hierfür drückt auch Bürgermeister Wolfgang Späth im Gespräch mit der Schwäbischen Zeitung aus. „Dieses Engagement von Siegfried Weishaupt ist großartig und ein Glücksfall für die Gemeinde“, betonte der Bürgermeister. Dank der finanziellen Hilfe für den ASB insgesamt und dem von Siegfried Weishaupt vor Jahren realisierten Bau des Ärztehauses „ist am Mühleweg ein Infrastrukturbereich für Gesundheit, Pflege und Notfallversorgung entstanden, den in dieser Form keine andere Gemeinde hat“, lobte Wolfgang Späth. Durch den nun bevorstehenden weiteren Neubau durch den ASB erhalte das Ganze eine zusätzliche Aufwertung.
Mit der Verlegung der Rettungswache nach Hörenhausen und dem Neubau in Schwendi ist vorprogrammiert, dass die Hilfsorganisation in Orsenhausen ihre Zelte abbrechen wird. „Der ASB wird sich vom Standort Orsenhausen verabschieden“, bestätigte Geschäftsführerin Roswitha Ruf. Geplant ist nach dem Umzug in die beiden Neubauten, dass die bisherige Heimat des ASB, das Gebäude im Samariterweg in Orsenhausen, verkauft wird. Die Besitzer der dort ebenfalls untergebrachten vier Eigentumswohnungen sind vom ASB über das Vorhaben bereits informiert worden. Verkaufen will der ASB auch das ihm gehörende Gebäude in der Weiherstraße. Dieses wird aktuell noch von der Arbeiter-Samariter-Jugend (ASJ) für ihre Zusammenkünfte und vom ASB für die Lagerung von Material und Fahrzeugen genutzt.